Die Wandmalereien von St. Quirin in Staudheim – mittelalterliche Predigt in Farbe

Im Chorraum der Staudheimer Pfarrkirche befindet sich ein Freskenzyklus, entstanden im ersten Viertel des 15. Jahrhunderts.

Versetzen wir uns zurück in die Zeit vor rund 600 Jahren. Die Geschichtsschreibung berichtet von Naturkatastrophen und zahlreichen Kriegen, die auch Staudheim erfasst haben. 1348 gab es ein schweres Erdbeben, anschließend wütete die Pest in Bayern. Von 1380 bis 1388 wird von der Brandschatzung der Stadt Rain durch die Reichsstadt Augsburg berichtet. 1421 lagerte Herzog Heinrich vor Rain und “verheerte alles umher bis Neuburg mit Feuer“. Staudheim, direkt an der Verbindungsstraße gelegen, dürfte dabei wohl am wenigsten verschont geblieben sein. Nachvollziehbar erscheint, dass in dieser Zeit in Rain die Stadtbefestigung verbessert und das Schloß erbaut wurde. Gleichzeit wurden aber an vielen Orten Kirchen erbaut, so auch in Staudheim.

Merkmale mittelalterlicher Wandmalerei

Die Zeit war geprägt von einem tiefgreifenden Unterschied zwischen den Bildern von Not und Armut einerseits und einem fruchtbaren Schaffen im Bereich der Kunst im Auftrag der Verbreitung des Christentums andererseits. Kunst lieferte wohl eher einen Ausgleich auf die Unzulänglichkeiten einer Zeit, als daß sie deren Abbild war.

Im Mittelalter war die Verbreitung des christlichen Glaubens vorwiegend auf die bildliche Darstellung fixiert. Lesen und Schreiben war nur wenigen vorbehalten. Es war also vorrangiges Ziel der darstellenden Künste, die Wahrheit des christlichen Glaubens, so wie sie in der Bibel niedergeschrieben ist, einprägsam zu verbildlichen. Die kirchliche Weltanschauung mußte dabei auf anderem Wege, als auf dem des geschriebenen Wortes den Menschen vor Augen geführt werden. Durch Bildbetrachtung konnte Religion volkstümlich werden, war nicht mehr nur Privileg der Geistlichen, erfuhr Verbreitung.

Es handelte sich zumeist um bebilderte Zusammenstellungen, um erzählende Szenen, die die Bibel und das Leben der Heiligen illustrieren. Die Kirchenmalerei war dabei als eine Art Massenmedium dazu bestimmt, die christliche Lehre den ungebildeten Gläubigen zu vermitteln, sie diente im Mittelalter noch nicht der Befriedigung ästhetischer Bedürfnisse mächtiger Mäzene. Die Malerei an den Wänden von Kirchen war dabei ein seit langem entwickelter Zweig künstlerischen Schaffens, das Staffeleibild, die Buchmalerei, transportable Gemälde und Tafelbilder gerieten gerade erst in Verbreitung.

Die Freskomalerei aber mußte großen Verständnisspielraum für breite Bevölkerungsschichten einräumen. Die Erzählfreude des mittelalterlichen Malers setzt dabei Einzelheit neben Einzelheit uns stört sich nicht an der von Natur her unmöglichen Verbindung der Dinge. Sie sollten ja nicht vom optischen Gesamteindruck her verstanden werden, der Betrachter sollte die geistigen Ereignisse begreifen. So ist beispielsweise der Stall nur ein Attribut, ein Erkennungsmerkmal der Weihnachtsgeschichte. Der Schlüssel wiederum ist charakteristische Beigabe der Person des Petrus, das hinweisende Merkmal. Eine realistische, perspektivisch richtige Darstellung wird gar nicht erst angestrebt. Erst im späten Mittelalter wird dann der Drang immer größer zu einem kompromisslosen Realismus.

Bis dahin jedoch sind die Szenen oft in einen rechteckigen Rahmen gestellt. So wird eine Ordnung in den Wandflächen erzielt. Nebensächliches wird ausgeschaltet, nicht dargestellt, ausgeblendet. Die ganze Komposition verdichtet sich auf eine Zentralaussage.

Aus der Perspektive heutigen Zeitgeistes eine außerordentlich moderne Auffassung der Dinge. Gewisse Parallelen zur Kunst der Moderne mit ihrem Willen zur Abstraktion, der Abkehr von der realen Wirklichkeit, sind hier durchaus erkennbar. In einer Zeit, in der wir von Bildern der Massenmedien überfrachtet werden, sehnt sich der moderne Mensch geradezu nach reduzierten Darstellungen, vielleicht auch nach den einfachen Wahrheiten und einer gewissen Volkstümlichkeit.

Wir dürfen dabei aber nicht verkennen, dass mit der geistigen Theorie des Schönen im Mittelalter und dem heutigen Denken zweifellos zwei grundverschiedene Welten aufeinander treffen. Als ein Einzelthema sei hier nur angesprochen, dass in der mittelalterlichen Anschauung das Schöne immer auch einem nützlichen Zweck zu dienen hatte.

Die Kunst der Romanik (ca. 1000 bis 1300 n. Chr.) und der Gotik (ca. 1300 bis 1500 n. Chr.) war nicht in erster Linie darum bemüht, im Kunstwerk “Schönheit“ darzustellen und damit die visuellen Sinnen zu erfreuen. Sie mußte vielmehr eine überzeugende und leicht verständliche Aussage treffen.

Werfen wir dazu einen Blick auf die Darstellungen der Flucht nach Ägypten.
Die dargestellten Körper und der Esel sind nicht um ihrer selbst Willen ausformuliert. Die Figuren werden vielmehr im Zeichen ihrer Dienste nur flächig, nicht perspektiv abgebildet. Sie werden wie lesbare Buchstaben oder Zeichen aufgefasst und erscheinen stilisiert, flach und körperlos. Ihre Wiedergabe beschränkt sich nahezu auf die Skizzierung der Umrisse. Weil Maria und Josef mehr als Symbole, denn als realistische Darstellung gedacht sind, hat man sich auch nicht näher für die Körperform interessiert und auch nicht für den umgebenden Raum. Der Baum links im Hintergrund ist wie ein graphisches Element abgebildet. Eine Beschäftigung mit den Perspektivgesetzen findet noch nicht statt.

Geburt Christi_zuschnitt

Farben

Die Staudheimer Malereien sind von einem Dreiklang der Farben geprägt: verschiedene Rottönungen, Ocker und Grün, werden unterschiedlich kombiniert. Sie werden ergänzt durch schwarze Konturen und teilweise auch graue Flächen.

Aufgrund der Tatsache, dass nur wenig verschiedene Farbtöne zur Verfügung stehen ist eine präzise farbliche Vorplanung der einzelnen Bildrechtecke und der Anordnung dieser Szenen neben- und übereinander notwendig gewesen. Da eine der drei Farben schon für den flächigen Hintergrund reserviert werden musste, bleiben nur noch zwei Farben mit deren unterschiedlichen Tönungen und den Graustufungen für die Wiedergabe des Bildinhaltes übrig.

Wir betrachten dazu die Szene der Geburt Christi. Der Bildhintergrund wird horizontal in Hälften geteilt. Andeutungen von Felsen geben Hinweise auf die Lokalität auf freiem Feld. Eine ockerfarbene perspektivisch total verschobene Überdachung vor dem roten oberen Bildhintergrund schützt das Neugeborene. Das nackte Kindlein mit Nimbus (Heiligenschein, Gloriole) befindet sich in einem geflochtenen Korb, der irgendwie nicht so richtig auf dem Boden aufliegt, sondern eher wie ein Sinnbild auf das Bild platziert wird. Ochs und Esel strecken ihre Köpfe unter das Dach dem Christkind zu. Josef wird in seinem rötlichen Gewand vollständig in der unteren Bildhälfte vor grünem Hintergrund platziert. Sein Blick ist vom Geschehen der Geburt abgewandt, der Kopf abgestützt auf den rechten Arm, dieser seinerseits auf den Wanderstab der von der linken Hand gehalten wird. Der Gesichtsausdruck ist voller Sorge und Nachdenklichkeit um das soeben Geschehene. Heißt es doch in der Weihnachtsgeschichte: „Josef, Sohn Davids, fürchte dich nicht“.

Ganz anders Maria. Ihr wird die Bildmitte zugewiesen. In ihrem weißen Gewand, das über beide Hälften des Hintergrundes reicht, betet sie zum neugeborenen Sohn Gottes. Der Blick des Betrachters wird geleitet zur hellsten Stelle der Darstellung. Dem andachtsvollen Kopf Mariä mit langem, typisch gewellt dargestelltem langem Haar und Heiligenschein.

Was ist dargestellt

In der gotischen Malerei sind häufig Szenen aus dem Leben und der Passion Christi dargestellt. Oft geht es auch um die Lehre von der Vorbildlichkeit alttestamentlicher Personen und Ereignisse.

In der Umgebung sind solche Kirchenausstattungen aber meist auf die Darstellung von Heiligenfiguren oder Einzelszenen beschränkt. Die Staudheimer Besonderheit ist, dass es sich um thematisch geschlossene Zyklen handelt.

An der Südwand des Chores ist mit 6 Bildern die Weihnachtsgeschichte aufgezeigt. Die Bilder wurden bei der letzten Kirchensanierung restauriert und sind am besten zu erkennen. Von links oben nach rechts unten sind in rechteckigen Bildflächen mit  schablonierten Rahmenleisten 3 Stück nebeneinaner und 2 Felder übereinander angeordnet:

Die Darstellung einer Basilika, deren biblische Szene noch nicht bekannt ist, die Geburt Christi, die Verkündigung an die Hirten (ein Engel trägt ein Band mit der Aufschrift:: nuntio vobis gaudium magnum – ich verkündige euch eine große Freude), der Bethlehemische Kindermord, die Flucht nach Ägypten und Jesus im Tempel. Von den Inschriften mit den 10 Geboten ist hier an der oberen Rahmenleiste die Aufschrift “du sollst kein Eprecher sein“ zu erkennen.

An der Innenseite des Chorbogens befinden sich ebenfalls 6 Bilder, eine durchaus übliche Mischung von alttestamentlichen und neutestamentlichen Motiven. Von links unten nach rechts unten finden sich zunächst eine nicht mehr erkennbare Szene, dann die Heiligen drei Könige. Oben folgen vermutlich die Motive “Moses empfängt die Gesetzestafeln“ und “Moses übergibt die Gesetzestafeln“, sowie “Juden bringen Gold für das goldene Kalb“. Auf der rechten Seite ist nochmals eine Darstellung der Heiligen drei Könige vorzufinden.

An der Nordwand gibt es 3 Bilder übereinander, oben beginnend, vermutlich eine Darstellung mit Moses, dann die Schlüsselübergabe an Petrus und abschließend der Hl. Martin und der Hl. Bartolomäus in einer Bildfläche nebeneinander. Die im Kunstdenkmälerband angegebene “Verkündigung an Maria“ ist nicht vorhanden.

An der Nordwand hinter dem Altar und den beiden schrägen Wänden sind links eine sehr volkstümliche Darstellung der Auferstehung des Fleisches und daneben der Hl. Mathias abgebildet. In derber, anschaulicher  Weise ist hier die Auferstehung der menschliche Figuren dargestellt. Sie entschweben mit betenden Händen ihren Gräbern, die als einfache, schwarze, längliche Löcher markiert sind. Auf der rechten Seite hinter dem Altar befindet sich die schwach erkennbare Szene vom Tod Mariä.

Wie sind die Malereien entstanden

Gerade die Gotik versucht, die Wandflächen in himmelwärts strebende, schlanke, feingliedrige Säulenreihen aufzulösen. Sie bietet deshalb auch nicht mehr die für die Malerei wichtigen Wandflächen. Ihre wichtigsten Ausdrucksmittel werden daher das Glasfenster und die feingliedrige Steinmetzarbeit.

Für Staudheim muss zunächst der einfache Umstand erkannt werden, dass es sich um eine Dorfkirche handelt. Hier gilt, dass am Übergang von der Romanik zur frühen Gotik die Wandmalerei immer noch das künstlerische Ausdrucksmittel schlechthin war. Umfangreiche Wandmalereien waren auch im Mittelalter sehr teuer. Im städtischen Umfeld, bemühen sich bereits bürgerliche und ständische Organisationen und Bauhütten um die Ausgestaltung der Kirchen. Bei den Dorfkirchen jedoch ist der Kirchenstifter von entscheidender Bedeutung, dass die Fresken in Auftrag gegeben wurden und von wem sie gemalt wurden.

Staudheim hat mit der Zugehörigkeit zur Benediktinerabtei Tegernsee eine interessante, frühmittelalterliche Geschichte. Diese Verbindung ist unterstrichen durch das Patronat St. Quirin. Damit kann aber nicht hergeleitet werden, dass die Benediktinermönche die Errichtung von Kirche und Malereien beauftragt oder veranlasst haben. Anfang des 15. Jahrhunderts war Staudheim nämlich schon mehrere Jahrhunderte nicht mehr in Besitz des Klosters.

Um 925 hat Herzog Arnulf von Bayern, sogar in Verbindung mit dem Diözesanbischof von Freising die Klöster ausgeraubt, Tegernsee den ganzen Besitz bis auf 114 kleine Höfe aus Staatsinteresse weggenommen, um sich ein entsprechendes Heer gegen den immer wieder einfallenden Feind zu sichern. Diese erste bayerische Säkularisation ist verbunden mit der ersten urkundlichen Erwähnung Staudheims, einer 1020/26 verfassten Notiz des Klosters Tegernsee. Hier wird erwähnt, dass die Orte Gansheim, Staudheim, Ammerfeld und Hollenbach dem Kloster entfremdet wurden. Trotz späterer Reklamationen konnte das Kloster danach die 4 Dörfer nicht mehr in Besitz bekommen.

Das Patronatssrecht der Pfarrei wird im Saalbuch Ludwig des Gebarteten von 1417 einem Rindsmaul von Straß zugeschrieben. Damit ist die Frage nach dem Kirchenstifter und dem Stifter der Fresken urkundlich belegt. Die heutige Kirche St. Quirin wurde  im ersten Viertel des 15. Jahrhunderts, also zwischen 1400 und 1425 erbaut. Auch die Malereien sind dabei entstanden. Bereits etwa ein Jahrhundert früher wurde der Turm errichtet. Der Kirchenmaler Blöchl gibt in seinem Gutachten von 1989 die Entstehung  der Fresken um 1420 an. Diese Zeitangabe scheint nachvollziehbar, dürfte doch die malerische Ausgestaltung der Kirchenwände eher am Ende der Bauzeit erfolgt sein.

Bezüglich des Adelsgeschlechtes der Rindsmaul von Straß lässt sich ein Ritter Markwart Rindsmaul belegen, als er 1363 von den Grafen von Lechsgemünd als Lehen das Patronatsrecht der Pfarrkirche von Straß erhält. Interessant erscheint dabei auch, dass der Chor der Pfarrkirche von Straß ebenfalls um 1400 errichtet wurde, und siehe da, auch hier wurden bei einer Renovierung im Jahr 1907 gotische Fresken aufgedeckt. Diese wurden aber wieder übertüncht, lediglich in den Gewölbekappen hinter dem Hochaltar sind heute noch Maßwerk und Lamm Gottes schemenhaft erkennbar.

Die Reihe der Patronatsherren von St. Quirin wird dann später ab 1516 bis 1845 den Gutsherren von Baar zugeschrieben, darunter Michael Riederer von Baar (1516), die Muggenthaler (1605), die von Höhenkirchen (1704) und schließlich die Freiherren von la Fabrique (1822).

Freskant

Auch die Frage nach dem Freskanten der prächtigen Wandgemälde kann nicht beantwortet werden.

Einige Namen von Malern, die zu dieser Zeit gewirkt haben sind in der Fachliteratur angegeben, ihre Beteiligung ist aber eher unwahrscheinlich. Wahrscheinlicher ist wohl die Ausführung durch eine regionale Hand. Als Spitzenkraft der Zeit wird unter anderen Hans Stockinger aus Ulm an der Donau genannt. Er war in Südtirol von 1400 bis 1425 tätig (Bozen, Terlan, Deutschnofen, Runkelstein, Tramin, Thiers). Weiter ist Konrad Erlin zu nennen, wohl identisch mit dem Namen Konrad von Ingolstadt, der ebenfalls in Bozen tätig war (Siebenschläferlegende in der Pfarrkirche). Er schuf aber auch das Votivfresko des Pfarrers Konrad von Plassenberg aus Bamberg. Erwähnenswert ist auch, dass es in München bereits leistungsfähige Werkstätten gegeben hat. In diesem Zusammenhang ist der Name Gabriel Angler einzureihen. Erst in der zweiten Jahrhunderhälfte werden dann die Meister Gabriel Mälesskircher, Jan Pollack und Niklas Horverk erwähnt.

Warum sind die Malereien heute noch erhalten

Von der malerischen Ausstattung großer Dome sind infolge häufigerer Veränderungen nur sehr spärliche Reste erhalten. Es ist davon auszugehen, dass frühe Wandmalereien nur dort erhalten sind, wo der geistige Drang und die wirtschaftlichen Möglichkeiten zu Umbaumaßnahmen am wenigsten möglich waren. Gut erhaltenen Beispiele finden sich daher öfter in kleinen Kirchenräumen und Krypten.

Sicherlich viele glücklichen Fügungen müssen zusammengekommen sein, dass es uns heute, nach etwa 600 Jahren, immer noch möglich ist, Eindrücke davon zu erhalten, was uns die bisher nicht bekannte Hand in Stauheim erzählen will. So hat es wohl bis zum Ende des 17. Jahrhunderts gedauert bis die Kirche erstmals umgebaut worden ist. Dabei wurde das Kirchenschiff erhöht und mit Stuck versehen. Sowohl durch die Veränderung des Chorbogens, als auch durch die Vergrößerung der Fenster im Chor wurden randliche Teile der Malereien abgetrennt. Danach wird nur noch von einer Beschädigung durch den Artillerieangriff im Jahre 1945 berichtet, bei dem aber eher der Hochaltar betroffen war.

Die Malereien waren bis 1929 unter einer Putzschicht verdeckt. In wie weit die Überputzung der Malereien mit dem Glaubenskrieg (Protestanten, Ottheinrich, Neuburg 1543) zu tun hat, kann nur vermutet werden. Freigelegt  wurden sie nach eigener Aussage vom Burgheimer Malermeister Müller. Die Überputzungen wurden dabei abgeklopft und von einem nicht mehr bekannten Kirchenmaler retuschiert. 1936 wurden sie konserviert, weitere Freilegungen erfolgten 1948.

Bei der Befunduntersuchung durch Kirchenmaler Blöchl im Jahr 1989 wurden auch an den Wänden des Kirchenschiffes Fresken gefunden, die im Farbton mit denen im Chor identisch sind. Zur Feststellung der Thematik der Malerei müsste wesentlich mehr geöffnet werden, was aber nicht unproblematisch ist, da spätere Bemalungen, die ebenfalls aufgefunden wurden damit zerstört werden. Über den gotischen Malereien befinden sich Farbschichten mit rötlichem Ocker, darüber wiederum ist deutlich eine Fassung des Historismus ablesbar. Bei der Untersuchung sind zahlreiche Sondagen durchgeführt worden. Bis auf eine Stelle an der Nordseite sind an allen anderen Proben die Malereien und die Farbfolge identisch zu belegen. Wir dürfen uns also unter den weißen Außenwänden ein vollständig ausgemaltes Kirchenschiff vorstellen.

Dafür, dass auch heute ein Teil der kunstgeschichtlich höchst interessanten Bilderserie in der ursprünglichen Ausdruckskraft betrachtet werden kann, sind die Entscheidungsträger der vergangenen Kirchenrenovierung verantwortlich.